Die Herausforderungen

Gesundheit und Wohlbefinden sind die Grundlage für Zufriedenheit und damit Basis einer funktionierenden Gesellschaft. Die Gesundheitsversorgung steht jedoch immer öfter vor erheblichen Herausforderungen.

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  • Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO

    „Wir müssen uns klarmachen, dass es sich bei der Gesundheit um eine Investition in die Zukunft handelt. Wir sehen uns vor gemeinsame Bedrohungen gestellt und stehen gemeinsam in der Verantwortung, etwas zu tun. Die nächsten zehn Jahre müssen das ‚Jahrzehnt des Handelns‘ werden.“

  • Dr. Michael Siegal, Mount Sinai Health System

    „Die Zukunft der Gesundheitsvorsorge als Philosophie zu meistern und gleichzeitig die Disruption zu begrüßen wird in einer Umgebung, in welcher der Wandel die einzige Konstante bildet, dauerhaft positive Ergebnisse bringen.“

  • Dr. Bertalan Meskó, Direktor des Medical Futurist Institute

    „Die Gesundheitsvorsorge im 21. Jahrhundert durchläuft gerade keine technologische Revolution, sondern eine ‚kulturelle Transformation‘.“

Eine alternde Bevölkerung

Unsere Bevölkerung wird immer älter. Laut Abteilung für Bevölkerungsfragen der Vereinten Nationen werden die „Senioren“ (d.h. Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren) im Jahr 2030 über 31% der EU-Bevölkerung ausmachen.

Infolge dieser alternden Bevölkerung sieht sich unsere Gesellschaft mit Komorbiditäten und chronischen Krankheiten konfrontiert und hat einen wachsenden Bedarf an professionellen Pflegeleistungen. Die Behandlung dieser Krankheiten verlangt den Einzelnen, aber auch der Gesellschaft beträchtliche Ressourcen ab. Zu den Lösungsansätzen müssen Präventionsmaßnahmen ebenso gehören wie Programme für aktives Altern, die bessere Gesundheit und eine höhere Lebensqualität fördern. Eine unserer größten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen wird sein, professionelle Altenpflege auf angemessenem Niveau – etwa in der Kombination von Pflegemethoden auf der Höhe der Zeit mit Rund-um-die-Uhr-Support – zu gewährleisten.

QUELLE

Chronische Krankheiten

Mit der allgemein steigenden Lebenserwartung steigt auch die Inzidenz chronischer Krankheiten (+30% zwischen 2000 und 2016). Heute sterben z.B. jedes Jahr mehr als 1,2 Millionen Europäer vorzeitig an chronischen Krankheiten – eine dramatische Zahl, die uns die Dringlichkeit der Problematik vor Augen führt.

Der Schlüssel, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, liegt in der Prävention und in einem personalisierten Ansatz – vor allem, um Patienten vor dem Schlimmsten zu bewahren, aber auch, um die erheblichen Kosten chronischer Krankheiten zu vermeiden. Derzeit fließen 80-90% der im Gesundheitssystem verwendeten Gelder in die Behandlung chronischer Krankheiten. Experten schätzen, dass der kumulierte Verlust für die Weltwirtschaft bis 2030 47 Milliarden Dollar erreichen könnte. Wir wollen hier zu Lösungen beitragen, die einerseits die physischen Konsequenzen chronischer Krankheiten bekämpfen und andererseits auch Kosten reduzieren.

QUELLE

Mentale Gesundheit

In etwa jeder sechste Europäer leidet an psychischen Problemen, wozu Depression und Angststörungen ebenso gehören wie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Zwar sprechen manche Experten bereits von einer Krise der psychischen Gesundheit, doch nur wenige der Betroffen suchen bei Ärzten und Therapeuten professionelle Hilfe. Im Jahr 2020 etwa litten 21% der Österreicher an Depressionssymptomen, 19% an Angststörungen und 16% an Schlaflosigkeit – doch nur 6-8% der Betroffenen hatten sich in den letzten zwölf Monaten an einen Therapeuten gewandt.

Von der Leidensbilanz der Betroffenen einmal abgesehen: Ein OECD-Bericht aus dem Jahr 2018 schätzt die volkswirtschaftlichen Kosten der Auswirkungen psychischer Krankheiten in den 28 EU-Mitgliedsstaaten auf mehr als 600 Milliarden Euro, über 4% des EU-Bruttoinlandsprodukts. Schon vor der Corona-Pandemie wurde ein erheblicher Anstieg psychischer Leiden verzeichnet – ein Trend, den COVID-19 noch verschärfen wird, insbesondere hinsichtlich Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Suizid. Fragen der mentalen Gesundheit sollten deshalb unbedingt ernst genommen werden und zu den Kernanliegen der Innovation im Gesundheitssektor gehören.

QUELLE

Vernachlässigung der Prävention

Der Fokus unseres Gesundheitssystems liegt auf der Behandlung von akuten Erkrankungen. Vorsorgemaßnahmen spielen derzeit noch eine untergeordnete Rolle, obwohl diese den Ausbruch chronischer Krankheiten wirksam verhindern oder zumindest verzögern könnten. Nur 3% der gesamten Kosten für Gesundheit in den OECD-Staaten werden für die Vorsorge aufgewendet. Die restlichen 97% werden für die Wiederherstellung der Gesundheit ausgegeben.

Um die Wirksamkeit der Gesundheitsversorgung insgesamt zu maximieren, müssen wir unsere Denkweise von Grund auf ändern, hin zu einem ganzheitlichen Ansatz, in dem Krankheitsvorbeugung, akute Behandlung und langfristige Gesundheitspflege gleichermaßen berücksichtigt werden. Zum Kern unserer Lösungsstrategie gehört daher die Förderung innovativer Präventionmaßnahmen und Strategien.

QUELLE